Dr. Michael Müller, der an der Hochschule Koblenz arbeitet und zum Thema Antisemitismus promovierte, beschrieb die Anpassungsfähigkeit von Antisemitismus. Alte Bilder und Mythen würden nicht durch neue Geschichten ersetzt, sondern lediglich mit zeitaktuellen Inhalten angereichert. Sein Vortragstitel bringt dieses Phänomen kurz und präzise auf den Punkt: „Alter Wein in neuen Schläuchen“.

Den letzten Vortrag am Vormittag hielt Tami Rickert von der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank. Sie erläuterte die pädagogische Arbeit und die Ansätze der Bildungsstätte, die nicht personenorientiert, sondern problemorientiert mit den Besuchergruppen arbeitet. „Es ginge nicht darum „den Antisemiten, sondern den Antisemitismus zu bekämpfen“.

Nach dem Mittagessen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen von drei Workshops auswählen. Janika Schiffel von der Gedenkstätte Osthofen diskutierte über die Chancen und Grenzen der Gedenkarbeit. Rainer Heidenreich vom Beratungsteam Musik analysierte antisemitische Botschaften im Hiphop und Frank Temme von medien.rlp betrachtete das Phänomen der antisemitischen Hassrede im Internet.

Zum Abschluss des Fachtages hatte Nico Schneider die Verantwortlichen derWorkshops zu einer Podiumsdiskussion geladen und arbeitete Verbindungen und Gemeinsamkeiten zwischen den Workshops heraus: Es gilt junge Menschen in ihren Lebenswelten abzuholen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, nur so können sie gegen Antisemitismus sensibilisiert werden.

Insgesamt kann nicht nur auf einen interessanten, sondern auch auf einen inhaltlich sehr starken Fachtag zurückgeschaut werden.